Wahlkampf in Frankreich

 
 

Ergebnisse der Stichwahl (Stand: 20:00 Uhr)

Stimmenanteil der Kandidaten

  • Emmanuel Marcon (En Marche)65%
  • Marine Le Pen (Front National)35%

++++Newsticker zur Wahl++++

  • 21:45Wir verabschieden uns!

    Natürlich gratulieren auch wir Macron zum Wahlsieg und verabschieden uns hiermit aus dem Laute Europäer-Wahlstudio. Bonne nuit!
  • 21:17Wahlbeteiligung auf Rekordtief

    Die Wahlbeteiligung bei der heutigen Wahl lag deutlich niedriger als vor fünf Jahren. Jeder vierte wahlberechtigte Franzose ging nicht zu Wahl.
  • 21:05Marine Le Pen will Front National refomieren

    Marine Le Pen Marine Le Pen hat nach ihrer Wahlniederlage gegen Macron angekündigt den Front National tiefgreifend reformieren zu wollen.
  • 20:43Hollande gratuliert Macron

    (Noch) Präsident Hollande gratuliert seinem ehemaligen Wirtschaftsminister und Nachfolger Macron zum deutlichen Wahlsieg.
  • 20:30Gabriel über Macrons Wahlsieg

    Außenminister Sigmar Gabriel im Ersten Deutschen Fernsehen: "Wie müssen Macron in der Europäischen Union helfen!"
  • 20:15Der neue Präsident ist Macron

    Am 14. Mai wird der neu gewählte Präsident Emmanuel Macron voraussichtlich die Amtsgeschäfte seines Vorgängers Hollande übernehmen.
  • 20:01Frankreich hat gewählt!

    Emmanuel_Macron Die ersten Hochrechnungen sind da! Nach jetzigem Stand ist der parteilose Emmanuel Macron mit 39 Jahren der neue Staatspräsident Frankreichs! Er erhielt 65% der Stimmen (Stand:20:00 Uhr).
  • 19:56Spannung steigt!

    Um 20:00 Uhr schließen die letzten Wahllokale in den großen Städten und werden die ersten Hochrechnungen erwartet. Im Laute Europäer-Wahlstudio kann man bereits vor Anspannung die Stecknadeln fallen hören.
  • 19:45Mélenchon: „Wählen Sie nicht Le Pen!“

    Jean-Luc Mélenchon Bei seiner Stimmabgabe hat der linke EU-Skeptiker Mélenchon einem Passanten gegenüber gesagt: „Wählen Sie nicht Le Pen!“
  • 19:33Wählen im Ausnahmezustand

    Noch immer gilt in Frankreich der Ausnahmezustand, die Angst vor Anschlägen ist verständlicherweise groß. Über 50.000 Polizisten und Soldaten schützen die Wahllokale und sollen einen friedlichen Wahltag sicherstellen.
  • 1925Erste Eindrücke von Macros Wahlfeier

    Auf Macros Wahlparty am Louvre tauchen erste Europaflaggen auf.
  • 19:10Front Nationale schließt Medienvertreter aus

    Der Front National hat ausgewählten Medienvertretern, unter anderem einem FN-Experten von Le Monde, BuzzFeed, Politico, Rue89, Mediapart und Le Jours, die Akkreditierung für die offizielle Wahlveranstaltung der Partei verweigert.
  • 19:00„Junge Franzosen fühlen sich übergangen“

    Im Interview mit uns erklärt die Generalsekretärin des Deutsch-Französischen Jugendwerks die niedrige Wahlbeteiligung der jungen Franzosen damit, dass sich diese im politischen Prozess übergangen fühlten. Lest selbst: http://laute-europaeer.de/2017/05/06/pulse-of-europe-gewinnt-in-frankreich-an-interesse/
  • 18:50Präsident(in) ohne Mehrheit

    Egal, wer heute gewählt wird: Nach der Präsidentschaftswahl ist vor der Parlamentswahl. Und weder der Front National noch die Bewegung En Marche! haben realistische Chancen auf eine parlamentarische Mehrheit. Es bleibt also auch weiterhin spannend in Frankreich!
  • 18:40Ende des französischen Parteiensystem?

    Weder Emmanuel Macron noch Marine Le Pen gehören einer der beiden dominanten Parteien der Nachkriegszeit an. Ist das Ausscheiden von Sozialisten und Republikanern der Anfang vom Ende des klassischen Parteiensystems in Frankreich?
  • 18:30Stimmung beim Front National schlecht

    Wie die Tagesschau und Politico übereinstimmend berichten ist die Stimmung im Lager des Front National schlecht. Offenbar rechnen die Rechtspopulisten mit einer Niederlange.
  • 18:20Niedrige Wahlbeteiligung

    Aktuell (17:00 Uhr) liegt die Wahlbeteiligung zur französischen Stichwahl bei 65,3%. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre das die niedrigste Wahlbeteiligung seit 36 Jahren. Nächste Zahlen zur Wahlbeteiligung gibt es mit den ersten Hochrechnungen um 20:00 Uhr.
  • 18:10Macron gewinnt Überseegebiete

    Die französischen Überseegebiete, in denen bereits gestern gewählt werden konnte, sind ausgezählt. Der parteilose Emmanuel Macron konnte mit deutlicher Mehrheit alle Überseegebiete für sich gewinnen.
  • 18:05Willkommen zum Live-Blog der Lauten Europäer

    Macron VS Le Pen Die nächsten Stunden versorgen wie euch mit aktuellen Entwicklungen und News zur Stichwahl der französischen Präsidentschaft zwischen dem parteilosen Emmanuel Macron und der Rechtsnationalistin Marine Le Pen vom Front National.

Ergebnisse der ersten Runde

Stimmenanteil der Kandidaten

  • Emmanuel Marcon (En Marche)24%
  • Marine Le Pen (Front National)21%
  • Jean-Luc Mélenchon (La France Insoumise)20%
  • François Fillon (Les Républicains)20%
  • Benoît Hamon (Parti Socialiste)6%
Die fünf wichtigesten Präsidentschaftskandidaten im Überblick: Emmanuel Macron (proeuropäischer Gallier ohne Partei), Marine Le Pen (Europas Totengräberin?), Jean-Luc Mélenchon (der linke Europaskeptiker), François Fillon (der katholische Neoliberale) & Benoît Hamon (Träumer oder letzte Hoffnung der PS?)

Ganz Frankreich wettert gegen Europa. Ganz Frankreich? Nein, ein unabhängiger Kandidat, ehemaliger Berater und Wirtschaftsminister unter Hollande, leistet mit einem explizit europa- und integrationsfreundlichen Programm Widerstand. Der unabhängige Kandidat ist Emmanuel Macron, 39 Jahre alt und ehemaliger Investmentbanker. Seine politischen Positionen beschreibt er selbst als „Ni droite, ni gauche“, weder rechts noch links. Im vergangenen Jahr gab Macron seinen Ministerposten auf, um seine Bewegung „En Marche!“, was so viel heißt wie „in Bewegung“ oder „auf gehts“, voranzutreiben und kurze Zeit später seine Kandidatur für das Präsidentenamt bekannt zu geben. En Marche ist in bewusster Abgrenzung zu den etablierten Parteien als lose politische Bewegung konzipiert. Das Ziel ist es, sich die weit verbreitete Verdrossenheit der Franzosen gegenüber den Politikern, den Parteien, der Politik und der politischen Polarisierung zunutze zu machen.

In der Europapolitik verfolgt Macron einen explizit europafreundlichen Kurs. Jüngst sagte er bei einer Rede in Berlin, bei der er seine Vision für Europa erläuterte: „Durch Europa muss ein Ruck gehen“. Außerdem sprach er davon, dass er mehr Europa als derzeit wolle, und dass er ein souveränes Europa wolle. Diese Rhetorik ist wohl gänzlich neu in der französischen Politik, und vermutlich in der gesamten nationalen Politik der EU-Mitgliedsstaaten. Ein souveränes Europa, unabhängig vom Wohlwollen der Nationalstaaten, das ist eine Vision, die sich wohl noch kein nationaler Politiker zumal als Wahlprogramm auszusprechen getraut hat. Zur Erreichung dieser Vision eines souveränen Europas setzt Macron vor allem auf das Wiederauferstehen der französisch-deutschen Achse als „Integrationsmotor“ der EU. Sprich, Frankreich und Deutschland sollen mit konkreten Vorschlägen für weitere, tiefgreifende Integrationsschritte vorangehen und so die Handlungsfähigkeit der EU wiederherstellen. Zudem will Macron Bürgerkonvente in allen Mitgliedsstaaten einberufen lassen, um die weitere Integrationsrichtung der EU von den Bürgern vorgeben und absichern zu lassen.

Inhaltlich heißt für Macron „Mehr Europa“ zumindest im ersten Schritt vor allem wirtschaftspolitische Integration. Er fordert ein Budget für die Eurozone sowie eine europäische Investitionsoffensive zur Ankurbelung der Wirtschaft. Sein Ziel ist die Entwicklung eines wettbewerbsfähigen Internetsektors in Europa. Seine Argumentation lautet: Ein französisches Google ist unwahrscheinlich, dafür ist Frankreich zu klein und die französische Wirtschaft gegenüber dem Silicon Valley zu schwach. Ein europäisches Google sei dagegen möglich, wenn die EU endlich wirtschaftspolitisch handlungsfähig werde und gemeinsame Projekte fördere, wie bereits in den Fällen Airbus oder dem Satellitenprogramm Galileo geschehen. Insgesamt steht Macron also für ein souveränes Europa mit deutlich mehr (wirtschaftspolitischen) Kompetenzen als derzeit. Ob dies im Falle seiner Wahl in Frankreich jedoch innerhalb der EU die Zustimmung aller Mitgliedsstaaten findet, muss dann im Zweifel abgewartet werden.

Mit der Rechtspopulistin Marine Le Pen tritt eine verbriefte Europafeindin für den nationalistischen Front National an. Sie führt momentan sämtliche Umfragen klar an und darf sich zumindest große Hoffnungen machen, in die Stichwahl einzuziehen. In dieser sagen ihr jedoch praktisch alle Analysten unabhängig vom Gegenkandidaten krachende Niederlagen voraus. Aber Umfragen und Prognosen sind bekanntlich fehlbar.

Le Pens politisches Programm wird dominiert von sicherheits- und wirtschaftspolitischen Punkten mit nationalistischer Prägung. Sie will die heimische Wirtschaft durch Protektionismus vor den Gefahren der Globalisierung schützen, die Einwanderung massiv reduzieren und den Anti-Terrorkampf gegenüber dem bisherigen Kurs weiter verschärfen. Darüber hinaus plant sie den Austritt aus dem Verteidigungsbündnis Nato. Flankiert wird dieser Nationalismus durch eine aktive Sozialpolitik, wodurch Le Pen auf der klassischen Links-Rechts-Skala schwer zu verorten ist. Hauptpunkt für sie sind finanzielle Entlastungen für Geringverdiener und die Mittelschicht.

In ihrer Europapolitik muss zunächst erneut auf Le Pens Pläne für wirtschaftspolitischen Protektionismus verwiesen werden, die dem Europäischen Binnenmarkt und der europäischen Handelspolitik fundamental entgegenstehen. Darüber hinaus stechen unter den Europaplänen des Front National vor allem die Absicht zur Abschaffung des Euro und ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft binnen sechs Monaten heraus. Le Pen und der Front National stellen die Mitgliedschaft Frankreichs in der EU in Frage und im Falle ihrer Wahl zur Abstimmung. Ob die Europäische Union den dann wahrscheinlichen Frexit überleben würde, ist dabei mehr als fraglich. Es steht also vieles, wenn nicht alles auf dem Spiel bei der kommenden Präsidentschaftswahl in Frankreich, sowohl für das Land selbst als auch für die EU.

Mélenchon nimmt unter den fünf Präsidentschaftskandidaten die Positionen des Linksaußen ein. Er ist ein alt bekanntes Gesicht der französischen Politik. Er war 30 Jahre Mitglied der Parti Socialiste (PS), die momentan mit Hollande den Präsidenten stellt. In dieser Zeit war er sogar einmal Minister im Kabinett Jospin. Vor einigen Jahren trat er dann aus Protest aus der PS aus und gründete seine eigene Partei, die Parti de Gauche (Linkspartei). Schon 2012 trat er für diese Partei (in einem Wahlbündnis mit der Parti Communiste (Kommunistische Partei)) bei den Präsidentschaftswahlen an, und errang in der ersten Runde beachtliche 11%.

Mélenchons grundlegende politische Programmpunkte in diesem Wahlkampf, in dem er nur von seiner eigenen Parti de Gauche unterstützt wird, sind als weit links einzuordnen. So fordert er die Abschaffung der Fünften Republik durch die Einberufung einer verfassungsgebenden Versammlung. Darüber hinaus fordert er einen Spitzensteuersatz von 100% für Einkommen ab 400.000€ pro Jahr. Er will eine volle Rente ab dem 60. Lebensjahr einführen und den Mindestlohn deutlich anheben.

Europapolitisch vertritt Mélenchon eine ungewöhnliche Mischung aus mehr und weniger Europa. Vor einigen Jahren, als in Frankreich ein Referendum über den Europäischen Verfassungsentwurf stattfand, machte er vehement Wahlkampf gegen diese Verfassung. Auch wirtschaftspolitisch plädiert er für mehr nationale Spielräume für Protektionismus und damit eine Schwächung des Europäischen Binnenmarktes. Zugleich fordert er jedoch die Möglichkeit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) Kredite in Höhe von 1% direkt an die Mitgliedsstaaten der EU vergeben müsse. Bisher vergibt die EZB die Kredite an Banken, die es dann wiederum an die Staaten verleihen, allerdings zu deutlich höheren Zinssätzen.

Drastische Senkung der Unternehmenssteuern, Erhöhung der Arbeitszeit von 35 auf 39 Stunden, Entlassung von 500.000 Beamten. François Fillon macht keine halben Sachen, wenn es um die Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs geht. Mit seinem ultraliberalen Programm setzte sich der Republikaner überraschend gegen Ex-Präsident Sarkozy durch. Die überraschten Analysten machten im Nachhinein vor allem Fillons Tabubruch, bewusst mit seinem katholischen Glauben zu kokettieren, für seinen Erfolg in den parteiinternen Vorwahlen verantwortlich. Der Ex-Premierminister galt dann ab Dezember als klarer Favorit für die Präsidentschaftswahlen, ehe eine Enthüllung seinen Höhenflug stoppte: François Fillon hatte jahrelang seine Frau als Mitarbeiterin angestellt und hohe Gehälter an diese ausgezahlt, obwohl sie tatsächlich nicht für ihn arbeitete. Den Enthüllungen folgte ein Einbruch in den Umfragen, in denen Fillon momentan hinter Le Pen und Macron auf Platz 3 liegt.

Neben seinem neoliberalen Programm, das nahezu die gesamte französische Innenpolitik betrifft, hat Fillon auch viele Vorschläge für die EU. Im klaren Gegensatz zu Macron möchte der Republikaner jedoch kein souveränes Europa, sondern eine Gemeinschaft der Nationen, die Mitgliedsstaaten sollen also die volle Souveränität und Kontrolle behalten. Allerdings sieht der Konservative einige Baustellen auf europäischer Ebene, die es mit mehr Integration zu reparieren gelte. So will er den Grenzschutz vergemeinschaften und das Budget der Grenzschutzbehörde Frontex verdreifachen. Außerdem brauche es ein Europäisches Verteidigungsbündnis mit eigenem Budget. Auch wirtschaftspolitisch sieht Fillon, wie beinahe alle Kandidaten, Handlungsbedarf für die EU. So fordert er eine Angleichung nationaler Steuersätze, eine Vergemeinschaftung der nationalen Schulden der Mitgliedsstaaten und die Gründung eines Europäischen Währungsfonds, also starke wirtschaftspolitische Integrationsschritte. Daneben will er jedoch auch das Mandat der Europäischen Zentralbank (EZB) ändern, sodass diese künftig auch Wirtschaftspolitik machen können. Hierzu möchte er die Unabhängigkeit der EZB aufgeben und diese unter die Kontrolle der Mitgliedsstaaten stellen. Insgesamt steht Fillon somit für eine ungewöhnliche Mischung aus mehr und weniger Europa, zumindest jedoch für eine gänzlich andere EU mit (noch) stärkeren Nationalstaaten und einer mitgliedsstaatlich kontrollierten und aktiven EZB.

Benoît Hamon ist der Präsidentschaftskandidat der sozialdemokratischen bzw. sozialistischen PS, der auch Präsident Hollande angehört. Er war Bildungsminister unter Hollande, trat jedoch aus Protest gegen den liberalen Spar- und Reformkurs des Präsidenten zurück. Er ist klar dem linken Parteiflügel zuzuordnen und setzte sich in den parteiinternen Vorwahlen etwas überraschend gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten Manuel Valls und damit den rechten Flügel der Partei durch.

Hamons wichtigste und bekannteste Forderung ist die nach einem bedingungslosen Grundeinkommen für alle Franzosen in Höhe von 750€. Damit würde der komplette französische Wohlfahrtsstaat überholt und grundlegend neu aufgestellt werden. Daneben fährt Hamon eine radikal ökologische Linie, nähert sich hier also der Grünen Partei spürbar an. Wahlbeobachter vermuten aufgrund seiner schlechten Umfrageergebnisse, dass Hamon sich keine realistischen Chancen auf die Präsidentschaft ausrechnet. Er versuche vielmehr, die PS programmatisch neu auszurichten. Mit seinem extrem linken wirtschafts- und sozialpolitischen Programm nähert er sich Mélenchons Linkspartei und der Kommunistischen Partei an, mit seiner ökologischen Politik den Grünen. Ziel könnte es sein, das zersplitterte linke Lager unter der Flagge der PS wieder zu vereinen.

Europapolitisch plädiert Hamon für massive Investitionen auf europäischer Ebene. Zudem möchte er den Stabilitäts- und Wachstumspakt überdenken, womit vor allem die 3%-Defizitgrenze für nationale Haushalte gemeint sein dürfte, und die Schulden der Mitgliedsstaaten vergemeinschaften. Er fordert zusätzlich einen europaweiten Mindestlohn, um Sozialdumping zwischen den Mitgliedsstaaten zu verhindern. Zuletzt möchte das ehemalige Mitglied des Europäischen Parlaments verschiedene Steuern EU-weit angleichen und den hoch verschuldeten EU-Staaten Schuldenerlasse gewähren. Somit zeigen sich ebenfalls auf europapolitischer Ebene Hamons sehr linke Positionen. Seine Ideen sollen vermutlich eher innenpolitisch Eindruck machen und Wähler wie Politiker der zersplitterten linken Parteienlandschaft zurück in die PS locken sollen, als dass Hamon ihre tatsächliche Umsetzung als zukünftiger Präsident anstreben würde.

++++Newsticker zur Wahl++++

  • 03:34Nachtrag

    Inzwischen sind laut französischem Innenministerium 97% der Stimmen ausgezählt (Link: http://elections.interieur.gouv.fr/presidentielle-2017/FE.html). Es wird sich also nicht mehr viel ändern. Zwischenzeitlich wurde es zwischen Macron und Le Pen nochmals spannend, hinsichtlich der Frage, wer den ersten Platz einnimmt. Gegen Ende wurde der Abstand zwischen den beiden Kandidaten jedoch wieder deutlicher, wodurch sich Macron am Ende auf dem ersten Platz behaupten konnte und Le Pen die Zweitplatzierte blieb. Dies bedeutet weiterhin, dass Macron und Le Pen am 7. Mai in der Stichwahl gegeneinander antreten werden.
  • 22:22Wir verabschieden uns (vorerst)!

    Frankreich hat gewählt und wird sich in zwei Wochen an der Urne zwischen Marcon und Le Pen endgültig entscheiden. Wir beenden unseren Live-Blog für heute und sehen uns (spätestens) zur Stichwahl am 7. Mai wieder.
  • 22:01Gabriel gratuliert Marcon

    Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) begrüßt den Wahlsieg des unabhängigen Emmanuel Marcon in der ersten Wahlrunde. "Ich bin sicher, er wird der neue französische Präsident", sagte Gabriel während einer Auslandsreise nach Jordanien.
  • 21:37Mélenchon hofft noch auf den Sieg(?)

    Jean-Luc Mélenchon Der linke Jean-Luc Mélenchon will das Wahlergebnis noch nicht endgültig anerkennen. Er ruft zur Zurückhaltung auf, da in den größeren Städten die Stimmen noch nicht vollständig ausgezählt seien.
  • 21:19Auseinadersetzungen in Frankreich

    In Frankreich gibt es zurzeit Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und Demonstranten. Die Proteste waren bereits im Vorfeld der Wahlen angekündigt. Die Polizei setzt Tränengas und Wasserwerfer ein.
  • 21:11Fillon für Macron

    Francois Fillon Der konservative Fillon spricht sich offiziell für Marcon in der Stichwahl aus!
  • 21:01Fillon & Mélenchon ausgeschieden

    Der konservative Fillon und der linke Mélenchon liegen in etwa gleich auf, auf dem ditten Platz und scheiden damit für die Stichwahl aus.
  • 20:40Le Pen zieht voraussichtlich in Stichwahl ein

    Marine Le Pen Die Rechtspopulistin und Nationalistin Marine Le Pen zieht voraussichtlich (als Zweitplatzierte) in die Stichwahl ein und wird in zwei Wochen gegen den unabhängigen Marcon antreten.
  • 20:35Macronführt!

    Emmanuel_Macron Nach aktuellen Hochrechnungen wird der unabhängige Marcon als Erstplatzierter in die Stichwahl einziehen.
  • 20:14Erste offizielle Hochrechnungen sind da

    Nach den ersten offiziellen Hochrechnungen führt der unabhängige Marcon knapp vor der Rechtspopulistin Le Pen. Auf dem dritten Platz liegen Mélenchon und Fillon gleich auf.
  • 19:44Angebliche Hochrechnungen im Umlauf

    Viele Medien zitieren angebliche Hochrechnungen aus Belgien. Die ersten seriöse Hochrechnungen können jedoch erst in einer knappen viertel Stunde - um 20:00 Uhr - erwartet werden. Wir sind gespannt!
  • 19:21Ausnahmezustand

    Die heutige Wahl ist die erste Wahl in der Geschichte Frankreichs, die im Ausnahmezustand stattindet. Wird dies einen Einfluss auf das Ergebnis haben?
  • 19:10Französische Polizei zeig(t)e Präsens

    Die Meisten Wahllokale sind inzwischen geschlossen. Nur in den Großstädten wird noch gewählt. Über 50.000 Polizisten und 7.000 Soldaten schütz(t)en dabei die Wahllokale.
  • 18:53Zum Vergleich: Regionalwahlen 2015

    regionalwahlen-in-frankreich_2015

    Quelle: franz. Innenministerium

  • 18:30Präsidentschaftswahlen 2012 in der ersten Runde

    Wahlkarte 2012

    Quelle: Telegraph

  • 18:15Lange Schlangen vor den Konsulaten

    In verschiedenen Konsulaten im europäischen Ausland bilden sich lange Schlangen von Menschen, die ihre Stimme abgeben wollen.
  • 17:35Erste Hochrechnungen gibt's ab 20:00 Uhr

    Um 20:00 Uhr werden auch die letzten Wahllokale in Frankreich schließen. Ab dann wird es die ersten offiziellen Hochrechnungen geben.
  • 17:20Unerwartet hohe Wahlbeteiligung

    Laut französischem Innenministerium lag die Wahlbeteiligung am Nachmittag bei 69,4 Prozent. Damit ist sie zwar niedriger als bei der Wahl vor fünf Jahren, jedoch trotzdem höher als erwartet. Eine hohe Wahlbeteiligung ist dabei nicht unbedingt gut für Marine Le Pen. Als ihr Vater 2002 in die Stichwahl kam, profitierte er von einer historisch niedrigen Wahlbeteiligung.
  • 17:00Willkommen beim Laute Europäer Live-Blog

    heiße Phase im französischen Wahlkampf Wir berichten ab jetzt live über die aktuellen Entwicklungen bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen in Frankreich!

Wahlkampf in Frankreich

Die französischen Präsidentschaftswahlen sind von enormer Bedeutung für die EU. Gleich mehrere aussichtsreiche Kandidaten vertreten explizit eurokritische oder sogar EU-feindliche Positionen. Bei der Wahl in Frankreich steht also auch die zukünftige Richtung der Europäischen Integration zur Wahl. Die Lauten Europäer werden den Wahlkampf deshalb über die nächsten Monate intensiv begleiten.

Die Lauten Europäer haben sich daher entschlossen, den französischen Wahlkampf auf diesem Blog, auf Twitter und auf Facebook intensiv zu begleiten. Dieser Beitrag stellt eine Übersichtsseite dar, auf der nach und nach unsere verschiedenen Artikel sowie hilfreiche Hintergrundinformationen verlinkt werden sollen.

Wenn es Themen rund um den französischen Wahlkampf gibt, die Ihr für besonders spannend haltet oder über die Ihr gerne mehr erfahren würdet, zögert nicht uns via Twitter, Facebook, Mail oder einfach in der Kommentarspalte unter den jeweiligen Beiträgen zu kontaktieren.

Unsere Artikel

Eine Übersicht über die Präsidentschaftskandidaten in Frankreich Gleich fünf Kandidaten können sich im französischen Präsidentschaftswahlkampf zumindest theoretische Chancen auf den Einzug in die Stichwahl machen. Wir stellen die Positionen der einzelnen Kandidaten vor und schauen dabei natürlich insbesondere auf ihre Einstellung zur EU.

Wahlumfrage: Wenn am kommenden Sonntag die erste Runde der Präsidentschaftswahl wäre, welchem der folgenden Kandidaten würden Sie Ihre Stimme geben?

Macron (EM): 26% ↓

Le Pen (FN): 25% ↓

Fillon (LR): 17% ↓

Hamon (PS): 8% ↓

Mélenchon (FI): 16% ↑

(Stand: 17.03.2017)